Oculi mundi

Mit wie vielen Augen blickt man auf die Welt?
Wie viele Seelen suchen sie zu erfassen?
Die Augen des Kindes, des Erwachsenen,
Des Frohen und Zweifelnden,
Des Liebenden und Leidenden.
Alle wollen sehen, alle ist man selbst,
Alle wollen hinaus, alle gleichzeitig,
Wachsen durch mich nach außen!
Meine geliebte Sehnsucht, meine Augen!

Jahr Nr. 52, Tag 1

Die größte Ungerechtigkeit des Lebens ist, dass man sich entscheiden muss.
Das größte Geschenk des Lebens ist, dass man sich entscheiden kann.
Gott ist Mensch geworden, weil er sich vom Nichts und Allem ent-schieden und in der Einschränkung des Seins zu sich selbst bekannt hat, um mit diesem Opfer den Menschen die Unendlichkeit des Seins aufzuzeigen.
Doch ich kleiner Mensch, am Beginn meines neuen Lebensjahres, was soll ich mit dieser Erkenntnis anfangen? Was stochere ich im Kaffeesatz meines Geistes herum und denke, es sei Weisheit?

Aikido des Lebens

Mit dem Angriff
Verschmelze ich mich,
Dem Gefühl des Schmerzes
Gebe ich mich hin,
In Dunkelheit
Werde ich selbst zu Licht,
Und sprenge
Das Grau von innen.