Graue Wolke

Auf meinen Schultern sitzt du, meine innere Stimme, mein Richter und Kerkermeister! Gefangen hältst du mich in den Werten, die mir Zuflucht vor all den Zweifeln bieten, die jene aber auch mit Inbrunst nähren. Entledigen sollte ich mich dir, dich verbannen! Ich habe genug, ziehe deines Weges, fort mit dir! Doch mein höchster Wert ist eben die Liebe, von der ich nicht lassen werde. So lade ich dich ein, bleib bei mir, werde mein Gefährte, entspanne deine Krallen, komm neben mich herab auf die Erde. Deine blauen Augen funkeln mich an, Angst bahnt sich durch sie zu mir. Hast du dich verloren?

Was bleibt dir nun, schreist du stumm, wenn Urteile zu fällen, dir als Dienst versagt? Ich sag‘ es dir!

Überzeuge mich, nimm mich an die Hand, führe mich, und lass‘ dich selbst von mir führen. Ertrage mich, meinen Sinn, doch versuche nicht meinen Willen zu brechen, denn von nun an bin ich der Herr über mich selbst!

Höre, du bist mein Freund von edelster Güte.

Du bist der, der mir hilft, meine Werte zu sehen.
Du bist der, der mir hilft, sie zwanglos zu pflegen.
Du bist der, der mir hilft, auf dem wahren Weg zu gehen.
Du bist der, der mir hilft, schließlich einfacher zu leben.

Und ich gelobe dir – hab‘ keine Angst – in meiner Freiheit selbst nicht zu einer dunklen Wolke zu werden. Ich will nur für etwas Höheres wieder vor Hingabe glühen.

So ward mein innerer Richter von einer grauen zu einer strahlend weißen Wolke, und Glück ward uns beiden gegeben.

A kis herceg

A tiszta szív csak csodálkozik és hisz,
Mind egyéb kegyelmet a megváltásban remél.
A világra tekint hát a kis lélek.
Szívének vajon hányada remeg?
Az egész, vagy csak egy rész?
Áll a kis herceg a romok hegyén,
Ártatlan pillantása puszta szeretet.
Mosolykönnye rózsája harmata,
S keze legyintése egy dallam,
Bűnbocsánat, gyermeki sugallat.

Einspruch!

Hier stehe ich nun in meinem Lebenswald. Stege führen zu Bäumen weit und breit. Einige derer sind tot oder scheinlebendig, aber viele gute auch dabei, an anderen wunderschönen führen meine Stege vorbei. Ich blicke mich um. Wohin soll ich ab heute gehen? Und was sollen all diese Wege, die nicht bieten, was ich mir will nehmen? Von ihnen sollte ich lieber springen, so frage ich mich, ist die Gefahr auf unbekanntem Boden wirklich so gewiss? Es heißt, das Leben sei zu kurz für alles in der Welt. Nein, ich sage, es ist zu lang, nicht umgekehrt! Zu lang, so dass wir Menschen Zeit haben es zu vergeuden, und dabei erpicht darauf zu hören, was uns andere einbläuen. „So musst du, und hier entlang geht es mit deinen Wegen. Folge meinen Worten, folge ihnen, sonst wird es dir schlecht ergehen!“ Ist es so? Was steuert uns wirklich im Leben? Zwänge der Natur? Oder die Gesellschaft selbst, deren Regeln besagen, wie es für uns sein soll, oder wir sein sollen? Ich will fragen! Wer übernimmt die Verantwortung für all die verlorene Zeit? Betäubung, welcher Art auch immer? Oder das tote Herz, das zwar schlägt, uns aber nur aus Gewohnheit am Leben erhält? Nein! Ich begehre auf, mich steuert nicht nur die Natur! Etwas Höheres erschallt in meinen Ohren: „Dein Ziel ist vorne und wartet auf dich!“ Doch mein Geist flüstert beharrlich: „Obacht, da droht Dir Gefahr!“. „Aber was für eine Gefahr?“, fragt mein Bewusstsein zurück. Und still in mich hinein: „Was, wenn keine Zeit zu lang für all die Ängste, die man ausdenkt ein Leben lang? Ist es nicht eine größere Gefahr, so lange unglücklich zu bleiben? Und warum fällt es uns so schwer, einfach nur zu sein? Alleine, zu zweit oder zusammen mit vielen?“ Es wäre wirklich besser, wenn wir tatsächlich kürzer lebten. Dann wäre das Glück nicht nur eine Option unter vielen. Oder sie wäre vielleicht nicht gegeben, so dass wir sie nicht ersehnten, aber auch vielleicht gar das einzig Wahre für die kurze Zeit, die uns gegeben. Ich denke wieder in Möglichkeiten. Scheinbar nicht mal in Gedanken kann ich meinen Pfad verlassen. So stehe ich nun hier in meinem Lebenswalde und frage, wo sind die Bäume der Hoffnung, wo sind sie nur geblieben? Nein, keine Zweifel, ich rufe aus: „Mein Herz schlägt nicht nur aus Gewohnheit seit Jahren! Es schlägt, weil es leuchtet und lieben kann bei weitem! Denn nur die Liebe stellt unser Leben außer Raum und Zeit! Oder in einen Zeitraum gleich der Ewigkeit.“

Desiderium

Fragte mich eine Fee,
was ich mir denn wünschte je,
welches Glück auf Erden
könnt‘ sie mir selbst gewähren?
Überlegen müsste ich nicht,
ich würde sagen nur geschwind:
Liebe Fee vom Himmel her,
erhelle unsre kleine Welt,
so Mitgefühl die Kriege klärt,
Lachen durch die Lüfte schellt,
und Menschen in die Arme fielen,
statt sich in Zorn zu verlieren!
Und ich wünschte noch für mich dazu,
auf einer Bank säß‘ ich im Nu,
zu den Sternen den Blick gehoben,
in meiner Hand deine geborgen,
sie dann zu meinem Gesichte führte,
und mit meiner deine Haare berührte.