Ich habe das Gefühl,
Per Anhalter durchs Leben zu rasen,
Ohne zu rasten.
Als Trittbrettfahrer im Dasein anderer zu hasten.
Auf der Stufe in der Tür zu hängen,
Nicht reinzugehen aber auch nicht zu springen.
Aber doch nicht voranzukommen,
Statt mit dem Ich an meiner Seite zu schwingen.
Oculi mundi
Mit wie vielen Augen blickt man auf die Welt?
Wie viele Seelen suchen sie zu erfassen?
Die Augen des Kindes, des Erwachsenen,
Des Frohen und Zweifelnden,
Des Liebenden und Leidenden.
Alle wollen sehen, alle ist man selbst,
Alle wollen hinaus, alle gleichzeitig,
Wachsen durch mich nach außen!
Meine geliebte Sehnsucht, meine Augen!
Wildzahm
Im undurchdringlichen Wald des Lebens
Blind in die Weite blicke ich,
Die Düfte der Zukunft rieche ich,
Zu den Wipfeln meine Seele schicke ich,
Verweile und meine Wildheit zähme ich.
Vergängliches erschaffen will ich nicht,
Verstehen das Ewige ist mein Ziel,
Doch mein Herz zu groß und klein dafür,
Es sitzt alleine und liebt zu viel.
Lebenssturm
Pochende Hufe einer Horde
Herumstreunender Gefühle
Erschüttern meine Welt.
Auf den Weiden der Gedanken,
Durch die Wellentäler des Lebenssturms,
Auf der Suche nach dem Ewigen im Augenblick
Scheuen sie vor der ewigen Last der Augenblicke.
Der achte Tag …
Gott erschuf die Welt in sechs Tagen, am siebten Tage ruhte er sich aus.
Doch merkte er, dass seine Schöpfung ihm noch nicht gemütlich genug war, so erschuf er am achten Tage den Balkon.
Verzeiht mir meine Blasphemie und nehmt euch ein Beispiel an unserem Schöpfer. Streckt euch gemütlich aus und beobachtet das Geschehen eures Lebens von oben, denn …
Wenn der Geist still wird, wird die Welt wahrgenommen.
Wenn der Geist wach wird, wird die Welt erschaffen.
Wenn der Geist schaut, wird die Welt zur Realität.
Wenn der Geist eine Realität sieht, ist er nicht wach.
Seid achtsam und geduldig, und lasst euch nicht stören vom Gewusel.