Außenseiter

Wie der Mond mich anstrahlt, die Sonne mich versengt, oder eine Kerze an mir leckt. Weiß oder gelb oder angegraut brüchig trage ich meine Last, oder tun dies andere an meiner statt. Verdorben oder hochgestochen, dann banal, alles egal. Ich bin, wie ich bin, hart und weich, mal blutgetränkt. Mein Name ist immer anders, stolz ziert er meine Stirn, und oft wird er auch zitiert. Ich kann nicht anders, als ein Außenseiter zu sein. Doch letztendlich ist in mir manches nur Salat.

gez. BUCH

Was ist das Leben?

Wenn man
durch einen Löwenzahn in die Sonne schaut
oder verträumt im Nebel wie auf Wolken läuft
oder über der Gischt dem Geschrei der Möven lauscht
oder die Schneeflocken von den Lippen leckt
oder am Sonntagmorgen alle viere von sich streckt
oder wie man sich in warme Kleidung hüllt
oder den Wind in den Haaren spürt
oder wie man in die Augen der Geliebten blickt
oder sich Glück aus allem strickt.

Vielleicht ein Engel

In einer Bahn in Tokio an der Seite sitzend nach innen gewandt vor mir die Mitte des Wagens erstaunlich leer für eine Stadt wie diese. Noch genug Platz, dennoch steht sie vor mir eine unscheinbare Gestalt. Auf ihrem Shirt „Bear with me“ und mit Musik in ihren Ohren eine junge Frau mit dem Blick woanders verharrt. Verstohlen schaue ich hoch, Tränen in ihren Augen in Dauerhaft. Warum gerade vor mir so nah? Kein Schritt zur Seite, sie wiegt nur ganz leicht. Wenn ich jetzt mein Gesicht auf ihren Bauch legte und ihre Wärme spürte …

… Dann steigt sie aus und nimmt mit ihre schöne Gestalt.