Ich habe erkannt,
dass menschliche Fehlbarkeit geliebt werden soll,
dass menschliche Liebe untrennbar vom Ego ist,
dass göttliche Liebe, da nicht polar, desinteressiert ist,
dass jeden Tag immer wieder Laufen lernen weh tut
und dass ich für all das dankbar bin.
Sommerabend
Die Wiesen, die Gärten, der Wald, alle getaucht in einen schwer-süßlichen Duft. Genüsslich zerfließt der Farbgeschmack der Welt auf meiner Zunge. Mit meinen Augen ernte ich das Glück. Ich atme tief ein und dampfende Luft bewässert mein näheentwöhntes Inneres.
Dein Wille geschah
Mit welchem Recht wurde ich so, wie ich wurde?
Warum wurden meine Augen braun, meine Finger lang?
Wer hat meinen Willen gebrochen, bevor es ihn gab?
Und warum wurde ich nicht gefragt?
Wer erschuf mich, wie ich bin?
War’s des Zufalls Gleichgültigkeit
Oder doch göttlicher Funke
Aus Humor und Langeweile?
Entfaltung
Es ist nicht einfach zu sein, wer man ist,
Wundern nachzujagen, die es nicht gibt.
Leichtfüßige Spinnereien zu erträumen,
In Naivität zu baden und sich aufzubäumen,
Sobald die Welt einem sagt, so ist es nicht!
Und dennoch an dem Gedanken festzuhalten,
(Denn anders kann es nicht sein als das,
Was einen fesselt und doch glauben lässt.)
Dass sie da sind!
Aber
Man kann sie nicht erzwingen,
Mit aller Macht wird’s nicht gelingen.
Nur auf eigenen Wegen muss man gehen,
Dann werden auch Wunder geschehen.
Es ist nicht einfach zu sein, wer man ist.
Persönlichkeitsentropie
Wenn man sich der eigenen Persönlichkeit nähert und sie dann findet, geht man durch eine Tür, hinter der sich ein ganzes Universum eröffnet, in das sich die Persönlichkeit ergießt und sich darin verteilt und es ausfüllt mit einer unwiderstehlichen Selbstverständlichkeit.