Abstand

Was mich erregt,
begehren vermag ich es nicht,
ein Schleier der Erinnerungen
trübt den wahren Blick.
Eine Schranke, ein Wall,
ein Graben zieht sich
zwischen mir und der Erfüllung.
Und es gibt keinen Weg, keinen Bogen,
keine Brücke, um zu überwinden
die kalte Zertrennung.
Eine dünne Schicht aus Angst,
eine Membran. Deine? Meine?
Ein samtenes Gewand,
das die Berührung vertreibt.

Liebeskreis

Wenn man verliebt ist,
liebt man das Leben
und das Leben ist so
in einem am nächsten.
Doch lieben kann nur der,
der in sich gekehrt,
zunächst sich selbst
wahrhaftig lieben lernt.

Herzkammer

Ich werde immer und immer stiller,
Meine Stimme klingt nur nach innen.
Ich frag‘ mich aber, in welcher Kammer,
Wo bleibt im Herzen die Erinnerung?
Und was bleibt von einer Beziehung?
Eine Stimme, ein Blick?
Oder ein Schrei, ein Streit?
Was gehört zur Liebe und was nicht?
Was flimmert noch im Herzen?
Was treibt es zum Schlagen,
Zum Stottern, zum Anhalten?

Gibt es etwas, …

… was du nicht glaubtest, wenn ich es sagte?
Und etwas, was ungesagt du dennoch weißt?
Oder etwas, was ich dir nicht sagen kann?
Und etwas, was du mir nicht sagst?

Gibt es etwas, woran ich glaube, aber es nicht weiß?
Oder etwas, woran du glaubst und ich es weiß?
Und wenn ich sagte, es gibt nur dich und mich,
Glaubst du an uns tanzend im Licht?