Dankbarkeit

Wofür ist man dankbar? Für das Leben, für den nächsten Atemzug? Oder für Gesundheit und Glück? Geld? Erfüllte Träume? Wofür danke ich und wem? Ich weiß es nicht und weiß auch nicht, ob dies alles stimmt. Ich weiß nur, dass ich zwar für all das dankbar sein soll, doch meine Dankbarkeit erschöpft sich dadurch nicht. Denn dankbar bin ich vor allem, lieben zu können. Und mich leiten Hoffnung und Wille, durch Liebe auch die Versöhnung zu erlernen. Versöhnung mit mir selbst und bedingungslos mit allem. Und auch wenn ich mein Ziel in diesem Leben wohl nicht erreiche, weiß ich, dass der, dem ich danke und dessen Namen ich nicht kenne, mir immer den richtigen, auch wenn nicht den einfachsten Weg weisen wird. Und ich bin dankbar, dass ich keine Angst habe vor dem Weg, vor meinem Weg.

Und ich frage mich immer und immer wieder: Warum machen sich die Menschen so klein, so unbedeutend? Warum sehen sie nicht, dass ihre wahre Größe darin besteht, dankbar sein zu können und dies denken, fühlen, erfahren zu können? Groß bin ich selbst nicht, doch unbedeutend auch nicht.

Nahbügelerfahrung

Wohlmeinende Ratgebende lobpreisen ihre Ratgaben in Ratgebern und treiben einen unerschüttert in die Unwissenheit. Liebevolle Wegweisende lächeln einem Gräten zwischen die Augen und verkünden den allereinzigen Weg zu Glück und Liebe. Taugenichtse glänzen locker, Herzensbrecher springen höher, Tiefsinnige sinken tiefer, und ich denke, die Liebe ist kein Ergebnis einer Liste mit Häkchen „habenwill“ und „unerträglich“. Die Liebe ist einfach. Sie ist einfach da, wenn sie da ist. Unerwartet und unauffällig explodiert sie zum Doppelstern in der Galaxis. Zu Lichtern, die ineinander stürzen und verglühen, oder sich umkreisen auf festen Bahnen, oder sich fortschleudern in die Weite, aber mit verschränkten Seelen immer beieinander bleiben.

Eigentlich finde ich mich langweilig. All dieser Quatsch kommt vom Bügeln. Dampf macht dumm.

Aber ich glaube an die Liebe!