Wortwall

Wenn Gedanken weh tun,
Sind Worte das Versteck,
Sind der Mantel,
In den man sich hüllt,
Den man wendet und zerknüllt
Und wegwirft und um sich legt,
Sich in den Mund stopft und ausspuckt,
Wenn man nicht mehr schreien kann.

Friede sei mit der Welt!

Das Dojo, ein Dach
Schützt unser
Sein
Inneres erbebt
Vor unseren Rufen.

Im Tanz der Hände
Die Blicke stetig
Ruhen
Wir inmitten von
Kraft und Sanftmut.

In uns, für uns, für andere
Zu wachsen über uns
Hinaus
In die Welt tragen wir
Unser Haus.

Bekenntnis

Sollte ich gefragt werden, ob ich glaube, würde ich antworten:

Was ist der Unterschied zwischen glauben und nicht glauben? Ich kenne ihn nicht.

Glaube ist die Hoffnung des Menschen, nicht alleine zu sein, kein Glaube seine Selbstgenügsamkeit.

Doch sollte ich glauben, wie könnte ich mich erdreisten, das nicht Benennbare mit meiner Hoffnung einzuengen?

Sollte ich jedoch nicht glauben, wäre ich nur ein hochmütiger Narr.

Wie könnte ich es denn wissen, dem das Wissen nicht gegeben wurde, ob das Sein ausreicht, etwas außerhalb des Seins als seiend wahrzunehmen? Wie könnte ich es als Ziel meiner Hoffnung ansehen? Oder es gar leugnen?

Beides ist gleich, beschränkt und mit mir vergänglich.

Ich wähle eine Zwischenwelt, wo nichts erfassbar und alles nicht erfassbar ist, wo ich mehr als nur bin, wo auch er nur ist, wo keine Zeit die Grenze, wo der Glaube keine Hoffnung, sondern Gewissheit Liebe ist.

Warum sollte ich also glauben oder nicht glauben? Oder wo ist da der Unterschied? Ich wähle die Welt, in der ich bin.