Manchmal denke ich,

dass das Leben nur ein Versteck vor der Wahrheit ist und die Liebe einem dafür die Augen öffnet. Die Liebe zu verlieren, ist wie in die Gefangenschaft des Lebens zurückzukehren.

… es ward Licht und es blieb hell

Mit jeder Enttäuschung, mit jedem Schmerz stirbt man ein bisschen mehr. Das Verbliebene wird geschützt und man hat keinen Mut mehr für wahre, aufgelöste Freude.

Doch was ist die ungetrübte Freude am Leben, die durch Erfüllung dem beschränkten Dasein das Gefühl der zeitlosen Zufriedenheit und des Einklangs mit allem schenkt, wenn nicht die Ewigkeit?

Jeder Tag ist ein Neuanfang im Kontinuum, ein Geschenk, das es anzunehmen gilt, um in Freude zu leben.

Perspektiven

Was ist besser,
Den Winzer zu lieben
Oder den Wein?
Nach Liebe zu haschen,
Oder am Leben zu naschen?
Was erfüllt mehr,
Des Geistes oder
Des Fleisches Lust?
Ist doch gleich,
Wonach es beliebt.
Im Grunde vereint,
Zur Feier nichts muss,
Doch kann, wenn man will
Und soll, Leben ist Genuss.

Was ist es?

Ich habe mich tatsächlich gefragt,
In der Hoffnung auf eine Antwort von mir,

Was Glück ist.

Wenn du an meiner Herzseite schläfst
Und an meiner Rechten gehst?

Oder wenn mich eine Kugel verfehlt
Auf der Suche nach einem wahllosen Ziel?

Ist es Glück zu wissen, wer man ist?
Oder eher zu suchen ungewiss?

Ich weiß es nicht.
Was ist es denn?

Wenn ich es finde,
Zeig‘ ich’s dir.

Komm‘ mit mir!

Der offene Kreis des Lebens

Ich stehe auf einer kleinen Holzbrücke, unter mir fließt ein Bach reinsten Wassers. Darin tummelt sich das Leben, darauf treiben Blätter. Eines dieser Blätter fällt mir besonders auf. Von anmutiger Farbe und schöner Form treibt es nicht mit den anderen mit. Trotz der Strömung verharrt es an einer Stelle. Will es denn nicht weiter, frage ich mich, will es denn nicht vorankommen? Oder ist es da angekommen, wo es sein will? Oder bleibt es da, weil es nicht ankommen will, weil, dort, wo es ankommen würde, nicht bleiben könnte? Oder hat es Angst vor der Unvorhersehbarkeit der Strömung, oder ist es vielmehr seine Stärke, dazu zu stehen, wo man steht? Oder ist dieses Blatt lediglich gefangen in einem Strudel, aus dem kein Entkommen gibt? In einem womöglich selbst heraufbeschworenen Strudel? Sonderbare Gedanken, die mir in den Sinn kommen, und das Gefühl, selbst dieses widerspenstige Blatt zu sein, lässt mich nicht los. Ich schaue noch eine Weile von oben auf das Wasser. Dann komme ich zu mir und gehe weiter und nehme dieses kleine Blatt im Herzen mit. Ich nehme mich mit, ich nehme mich an mich, ich nehme mich an.