Wie kann etwas, das es nicht gibt,
einen dermaßen erfüllen, beherrschen und bedrücken?
Wie kann Leere so schwer und unerträglich sein?
Warum nimmt sie so viel Platz in einem ein,
Dass nichts anderes sie ersetzen kann?
Warum hat Liebe so wenig Mut, sich zu behaupten
Und zu schreien: Geh weg, deine Macht ist vorbei!
Teilwaise
In der Welt liebe ich alles Schöne,
So viel davon umgibt mich von überall her!
Aber auch wenn ich es nur betrachte,
Ertragen ich alleine kann’s kaum noch mehr.
Kindliche Freude lässt meine Brust bersten,
Schiere Schöneslust will sich teilen und geben!
Doch mein Glücksgriff sucht vergeblich andere Hände,
Und mein Blick fängt auch kein Augenpaar in der Nähe!
Nur mein Spiegelbild unter dem weiten blauen Himmel
Summt traurig vor sich hin: man ist alleine auf der Erde.
Trostgesuch
Wenn man beginnt zu zerfallen,
und alles ein Mosaik, aber kein Bild ist,
wenn nirgends eine Einheit zu spüren,
und man erstickt still beim Atmen,
dann umarme mich, umarme mich,
komm, fass mich zusammen!
Bindeglied
Wenn eine Umarmung einen am Boden verankert in dieser Welt, und zeigt, wie schön das Leben ist, und einen gleichzeitig in den Himmel hebt, wo man mit den Engeln fliegt, dann ist Liebe im Spiel, dann sind Frau und Mann füreinander Wurzel und Flügel zugleich, und zusammen erheben sie sich zu den Sternen.
Fata morgana
Wenn Finger ineinander greifen,
sich fesseln, gegenseitig fassen,
wenn Lippen sich berühren,
einen in den Himmel tragen,
wenn Herzen zusammen schlagen,
und die Haut glüht „Verlangen!“,
ein Stich durchfährt meine Brust,
und Salztränen tränken mich stumm.