Zeitlose 16 Monate

Ich habe ein Leben in Zeitschichten gelebt,
mich täglich wie eine Zeitzwiebel geschält.
Bin zu meinem Kern vorgedrungen,
mich gefunden und doch verloren.
Um einen herum nun draußen die Welt
auch in Schichten, einst vertraut,
jetzt fremd, beängstigend und verkehrt.

Heimfahrt

Unten dunkle Berge mit dunklen Wäldern
Darüber eine blutunterlaufene Wolkendecke
Dazwischen ein Streifen hellblauen Himmels

Zwischen Schatten und Feuer die Verheißung

Innigkeit

Wie fühlt es sich an,
wenn Herzen sich berühren?

Und wie, wenn sie sich umarmen,
gar ineinander schlagen?
Wie fühlt es sich an,
mit der Welt zu verschmelzen,
die Liebe von Gaia zu spüren?
Und wie fühlt es sich an,
in Gott aufzugehen?

Ich weiß es und auch nicht.
Doch weiß ich, dass es
keinen Unterschied macht,
wenn das Gefühl sich ausdehnt,
ob es Mensch, Erde oder Gott ist,
was mich in Liebe aufnimmt und sich
mit mir auf meinen Lebensweg begibt.

Aber ich bin zu schwach, um mich
nur mit einem von ihnen zu begnügen,
denn ich kann nur ganz sein,
wenn auch sie alle für mich da sind.

Knisterruh

Schweigen will ich mit dir,
Nur still schweigen,
Keine Worte aus dem Munde sagen.
Doch will ich, dass die Augen sprechen,
Einander suchen, finden, tief entdecken.
Und will ich, dass die Hände sprechen,
In bewegten Sätzen sich schelmisch necken.
Und ich will, dass der Rest nur zuhört,
Mit Haut und Haaren dem Augenblick frönt.

Entwachsen

Ich brauche einen Sturm,
der an meinen Ästen reißt,
der zieht und zerrt,
mich entwurzelt,
in die Lüfte schmeißt
und fest daran glaubt,
dass auch ein Baum
zu fliegen weiß.