Bekenntnis

Sollte ich gefragt werden, ob ich glaube, würde ich antworten:

Was ist der Unterschied zwischen glauben und nicht glauben? Ich kenne ihn nicht.

Glaube ist die Hoffnung des Menschen, nicht alleine zu sein, kein Glaube seine Selbstgenügsamkeit.

Doch sollte ich glauben, wie könnte ich mich erdreisten, das nicht Benennbare mit meiner Hoffnung einzuengen?

Sollte ich jedoch nicht glauben, wäre ich nur ein hochmütiger Narr.

Wie könnte ich es denn wissen, dem das Wissen nicht gegeben wurde, ob das Sein ausreicht, etwas außerhalb des Seins als seiend wahrzunehmen? Wie könnte ich es als Ziel meiner Hoffnung ansehen? Oder es gar leugnen?

Beides ist gleich, beschränkt und mit mir vergänglich.

Ich wähle eine Zwischenwelt, wo nichts erfassbar und alles nicht erfassbar ist, wo ich mehr als nur bin, wo auch er nur ist, wo keine Zeit die Grenze, wo der Glaube keine Hoffnung, sondern Gewissheit Liebe ist.

Warum sollte ich also glauben oder nicht glauben? Oder wo ist da der Unterschied? Ich wähle die Welt, in der ich bin.

Schleudertraum

Verfolgt von Wutbescheidenheit
Und Demutschmerz,
Als Beziehungsflüchtling
Ein Liebeslibero.
Habe falsche Engel gejagt,
Mich mit meinen Dämonen verbündet.
Das Karussell versteinert,
Schleudert meinen Traum fort.

Fragment

Manche Bestandteile des Lebens sind wie ein Puzzleteil, das schön anzusehen ist, zu dem man sehnlichst das ganze Bild sehen wollte, was aber nie geschehen kann, denn es gibt nur dieses eine glänzende Teil davon, der Rest ist bloß eine Wunschvorstellung. Dennoch behält man das Puzzleteil, doch das Bild des wahren Lebens entsteht aus anderen Teilen.