Fünfzig

bin ich heute geworden, keine lange Zeit. Fünfzigmal die Erde um die Sonne ihre Bahn gezogen, mich fünfzigmal der Frühling begrüßt. Was ist das schon? Ich denke zurück, was habe ich alles erlebt? War ich das überhaupt, oder ist jeder vergangene Tag einer aus dem Leben eines den Tag zuvor Verblichenen? Ich weiß nicht, wer sich erinnert, alles ist so verschwommen, geht unter im Alltag. Besinnung, bitte gib mich nicht auf, stelle mir nach, verfolge mich, erlege mich, ich bin bereit! Wie viele Jahre wird dieser Mensch, der abends täglich stirbt, noch haben? Das ist offen, doch die, die noch kommen mögen, sollen bewusster erlebt, sollen gespürt, erschmeckt, ertastet, ersehen werden. Das wünsche ich mir von mir auf dem Weg zu mir. Gehst du mit mir mit, wer auch immer du bist? Ich reiche dir die Hand, ich will nicht alleine sein.

Pastellpfad

Die Zukunft als Erinnerung
Vergangenes bloß Täuschung
Die Zeit wohl ein Gefühl
Blasse Schönheit nur
Das Leben ein Besuch

Apathie

Wie im Halbschlaf
Schwebend im Meer
Der Nebel zieht mich
Herab in den Graben
Der Gefühle
Der Sog reißt nicht ab
Bedrückend voller
Leichtigkeit
Das Leben
In Teilnahmslosigkeit

Trostquanten

Was ist der kleinste Trost,
Dessen Einheit in Not?
Wo findet man den Weg
In der Vorstellung erhellt?
Eine Einbildung im Geiste
Die Welt draußen, mehr nicht.
Warum dann die Angst davor?
Sie zu formen die Zuversicht
Ist der Quant, der leitet mich!

Takt des Lebens

Warum unschnell, warum nicht langsam?
Bin nicht langsam, ich mag es nur nicht schnell.
Bin schnell, wenn ich unschnell bin, und nicht langsam.
So fließt mein Blut, so spüre ich den Tag,
Den Geschmack der Zeit auf meiner Zunge,
Das Zittern des Augenblicks …