Aqua destillata

Ist Emotionalität richtig, wichtig, noch zeitgemäß oder vielmehr neuerdings gar verachtenswert? Ich schwanke zwischen Wut und dem weichem Licht in mir, wenn ich nur an diese Frage denke. Wenn man jemals versucht hat, destilliertes Wasser zu trinken, weiß man, dass es nach nichts schmeckt. Es ist sogar gefährlich, viel davon zu sich zu nehmen, ja, wie es eben auch lebensbedrohlich ist, viel Meerwasser zu trinken. Doch die passend richtige Dosis an Salz „versüßt“ das Wassser, macht es für den Menschen genießbar. Und diese Art von Wasser ist auch lebensnotwendig, denn es kommt dem Blut in unseren Adern gleich, wie alles extrem Abweichende davon lebensgefährlich werden kann. So ist auch ein Leben ohne Emotionen lebensfeindlich. Es ist nicht das, wie und was wir wahrhaftig sind, was uns, die Menschen im Inneren ausmacht! Es gibt keine Tränen, ob vor Freude oder Trauer, die nicht salzig sind. Ohne Salz schmeckt das Leben eben nicht! Sind all meine Worte logisch? Nein, aber zutiefst emotionsgetragen!

Mosaik

Ein Leben mächtig zerfallen,
am Boden des Ozeans zerschlagen
liegen seine Teile herum.
Bruchstückkanten golden geklebt,
heilt es sich langsam zusammen.
Und aus den Tiefen aufgestiegen,
wellengetragen nicht nur schwimmen,
fliegen wird es bald!

KI

Solange ich liebe, bin ich ein Mensch.
Solange ich andere spüre, bin ich ein Mensch.
Solange ich in Gedanken fliege, bin ich ein Mensch.
Solange ich bestimme, wie lange ich bin, bin ich ein Mensch.
Solange ich weiß, dass meine Seele ewig lebt, bin ich ein Mensch.
Bekomme ich aber Angst vor Dir, bin ich kein Menschen mehr.

Commitment

Hiermit verpflichte ich mich, dass ich fortan nur das Schöne suchen will. Sicherlich werde ich mich nicht vor dem Erkennen des Bösen und Häßlichen in der Welt verschließen können, aber ich will über nichts urteilen. Meine Traurigkeit werde ich jedoch nicht leugnen, meine Tränen nicht verstecken, wenn unter Menschenhand hilflose Menschen leiden.

Doch werde ich weiter und unerschütterlich meine Überzeugung vertreten, dass überall nur die Liebe die einzig solide Grundlage bildete, auf die man bauen darf und soll. Ich bin nicht bereit zu etwas anderem als Offenherzigkeit und Mitgefühl.

Bin ich naiv und schwach? Mag sein! Aber für mich und auch im Namen der Menschlichkeit gibt es keinen anderen Weg zu allem. Der Weg und das Ziel sind gleich, und sind ihr eigener Begleiter in einem. In Liebe, Amen!

… ich hoffe, ich kann mich daran halten …

David gegen Goliath

Der Kampf des Kindes gegen den Mann tobt in mir.
Nur wer ist groß, und wer ist klein denn hier?
Eine Seele erfüllte mich so lange Zeit,
Jetzt ist sie weg, und zurückließ mich
mit einem Klumpen Gefühl
in einem Körper voller Bedürfnisse,
und ein bisschen Gewissen im Gewühl.
Und wer gewinnt nun, David oder Goliath?
Es ist unwichtig, bloß ein Feigerich bin ich,
mehr nicht.