Unitas

Ich weiß, dass, geblendet von Idealismus und einer verklärt naiven Sicht auf die Welt ich unerschütterlich mich an den Glauben an eine göttliche Güte im Menschen klammere.

Doch, was ich wahrlich sehe, ist, dass unter einer Patina von Gleichgültigkeit gegenüber Tiefe selbige wie Pest fortwährend abgewehrt wird. Die Oberflächlichkeit hält nicht inne, sondern nur das Licht vom Abtauchen weg.

Was bleibt, ist ein Kampf von Gewissen und Liebe um Vorherrschaft in mir. Ich will nichts als die Reinheit spüren, mich in keine falschen Gefühle hüllen, oder zweckdienlichen Berechnungen anderer zum Opfer fallen. Die Liebe trägt mich hoch, villeicht auch weg. Das Gewissen lässt mich meine Aufgaben erfüllen, hält mich in der Welt.

Aber was habe ich nur gedacht in all den Jahren? Schreie ich mich an.

Dass in jedem Menschen eine Ursubstanz an Liebe vorhanden ist, die grund- und sinnlos herauskommen will?
Dass es eine inhärente Leidenschaft aus bedürfnislosem Grundrauschen an Gefühlen uns gegeben wird?
Dass sirrende Männlichkeit und leuchtende Weiblichkeit das Universum mit Lebensmusik erfüllen?

Ja!!! All das und noch viel mehr für immer und immer und immer!
Und ich bleibe dabei, Herr im Himmel!

Trostgesuch

Wenn man beginnt zu zerfallen,
und alles ein Mosaik, aber kein Bild ist,
wenn nirgends eine Einheit zu spüren,
und man erstickt still beim Atmen,
dann umarme mich, umarme mich,
komm, fass mich zusammen!

Sinn der Sinne

Zu beschreiben
die Farbe der Liebe,
ihren Klang, gar ihren Duft,
ist nur auf Umwegen zu meistern.
Ihre Farbe ist polterleise,
ihr Klang zartknallbunt,
und ihr Duft eine
Mischung von beiden.
Zur Berührung sollte
meine Hand etwas sagen,
doch stattdessen schwebt sie
gedankenverloren in der Luft.
Und der Geschmack mit den
Gefühlen unter dem Arm
steht bei seinen Geschwistern,
zusammen tanzen sie einen Kuss.
So einfach ist die Liebe,
und so unerfassbar dazu.

Manchmal

Manchmal bin ich ein Handschuh,
manchmal die Hand, die friert.
Manchmal greife ich nach dir,
manchmal rufst du nach mir.
Manchmal bin ich ganz Energie,
manchmal bloß helle Neugier.
Manchmal nur schön mit dir,
manchmal vermisse dich hier.
Manchmal wünschte zu fliegen,
manchmal will ich nur liegen.
Manchmal habe ich kein Licht,
manchmal bin leuchtend Gestirn.
Manchmal ist es, wie es ist,
manchmal ist es nur Phantasie.
Doch ewig währt die Liebe in mir.