Oculi mundi

Mit wie vielen Augen blickt man auf die Welt?
Wie viele Seelen suchen sie zu erfassen?
Die Augen des Kindes, des Erwachsenen,
Des Frohen und Zweifelnden,
Des Liebenden und Leidenden.
Alle wollen sehen, alle ist man selbst,
Alle wollen hinaus, alle gleichzeitig,
Wachsen durch mich nach außen!
Meine geliebte Sehnsucht, meine Augen!

Gespalten

Wurde der Keil jemals gefragt, wie er sich fühlt, wenn er in das Holz fährt. Wurde er gefragt, wie es ist, getrieben zu werden? Wie fühlt es sich an, ständig und immer wieder auf den Kopf zu bekommen? Einsame Spitze? Oder spitze Einsamkeit?

Wildzahm

Im undurchdringlichen Wald des Lebens

Blind in die Weite blicke ich,
Die Düfte der Zukunft rieche ich,
Zu den Wipfeln meine Seele schicke ich,
Verweile und meine Wildheit zähme ich.

Vergängliches erschaffen will ich nicht,
Verstehen das Ewige ist mein Ziel,
Doch mein Herz zu groß und klein dafür,
Es sitzt alleine und liebt zu viel.

Lebenssturm

Pochende Hufe einer Horde
Herumstreunender Gefühle
Erschüttern meine Welt.
Auf den Weiden der Gedanken,
Durch die Wellentäler des Lebenssturms,
Auf der Suche nach dem Ewigen im Augenblick
Scheuen sie vor der ewigen Last der Augenblicke.