Erfüllungsgehilfe im Verwaltungsakt des Lebens,
Im eigenen oder von Geliebten eben.
Fremde fordern es von einem auch ein,
Ich will aber kein Güterzug sein!
Nicht nur durch den Alltag stampfen,
Mit Sorgen durch das Leben krampfen!
In die Weiten meiner Gleise will ich fahren,
Lasst mich fliegen, lasst mich schweifen!
Paradoxon – II
Die Verzweiflung lässt einen die Sinnlosigkeit des eigenen Tuns erkennen, und die gleiche Verzweiflung führt einen zu Sinnhaftem.
Oculi mundi
Mit wie vielen Augen blickt man auf die Welt?
Wie viele Seelen suchen sie zu erfassen?
Die Augen des Kindes, des Erwachsenen,
Des Frohen und Zweifelnden,
Des Liebenden und Leidenden.
Alle wollen sehen, alle ist man selbst,
Alle wollen hinaus, alle gleichzeitig,
Wachsen durch mich nach außen!
Meine geliebte Sehnsucht, meine Augen!
Oratio interrupta
Gedankenstau tut weh! Gedanken bleiben nicht gerne alleine. Sie haben den Drang, geteilt und mitgeteilt zu werden. Einmal freigesetzt schmiegen sie sich um die Gedanken anderer, sie tanzen mit ihnen, sie fliegen mit ihnen, sie umarmen sie! Aber sie können diesen Tanz nicht erzwingen und sie wollen nicht kämpfen … dann sind sie einsam, lieber einsam.
Jahr Nr. 52, Tag 1
Die größte Ungerechtigkeit des Lebens ist, dass man sich entscheiden muss.
Das größte Geschenk des Lebens ist, dass man sich entscheiden kann.
Gott ist Mensch geworden, weil er sich vom Nichts und Allem ent-schieden und in der Einschränkung des Seins zu sich selbst bekannt hat, um mit diesem Opfer den Menschen die Unendlichkeit des Seins aufzuzeigen.
Doch ich kleiner Mensch, am Beginn meines neuen Lebensjahres, was soll ich mit dieser Erkenntnis anfangen? Was stochere ich im Kaffeesatz meines Geistes herum und denke, es sei Weisheit?