Dankbarkeit

Wofür ist man dankbar? Für das Leben, für den nächsten Atemzug? Oder für Gesundheit und Glück? Geld? Erfüllte Träume? Wofür danke ich und wem? Ich weiß es nicht und weiß auch nicht, ob dies alles stimmt. Ich weiß nur, dass ich zwar für all das dankbar sein soll, doch meine Dankbarkeit erschöpft sich dadurch nicht. Denn dankbar bin ich vor allem, lieben zu können. Und mich leiten Hoffnung und Wille, durch Liebe auch die Versöhnung zu erlernen. Versöhnung mit mir selbst und bedingungslos mit allem. Und auch wenn ich mein Ziel in diesem Leben wohl nicht erreiche, weiß ich, dass der, dem ich danke und dessen Namen ich nicht kenne, mir immer den richtigen, auch wenn nicht den einfachsten Weg weisen wird. Und ich bin dankbar, dass ich keine Angst habe vor dem Weg, vor meinem Weg.

Und ich frage mich immer und immer wieder: Warum machen sich die Menschen so klein, so unbedeutend? Warum sehen sie nicht, dass ihre wahre Größe darin besteht, dankbar sein zu können und dies denken, fühlen, erfahren zu können? Groß bin ich selbst nicht, doch unbedeutend auch nicht.

Wertschätzung

In so vielen psychologisch-therapeutischen Beiträgen zu Beziehungen steht fast immer die Aussage im Vordergrund, wonach es für eine anhaltende Beziehung schlechthin lebensnotwendig ist, dass die Partner ein andauerndes Interesse an der Gefühls- und Gedankenwelt des anderen zeigen.

In meinem Blog zitiere ich selten aus Büchern, doch teffender als folgene Aussage hätte man kaum formulieren können, was für eine gute Beziehung unerlässlich ist:

„Wer zuhört, bietet dem anderen einen schöpferischen Raum, ein Atelier, sich seine eigene Identität zu gestalten.“ (aus „Worte der Liebe“ von Michael Lukas Moeller, Kapitel 10, Punkt 7)

Nun ja, wer zuhört, und dies mit ganzem Herzen tut und auch darauf achtet, was Worte nicht sagen, was Laute nicht tragen, was nur Regungen der Seele ausdrücken können, der schätzt wahrhaftig den Wert des geliebten Menschen und es nicht nur abschätzt, was er für Dienste für einen zu leisten vermag.

„Wertschätzung“, dieser Begriff drückt nicht ganz aus, was ich meine und dennoch verwende ich dieses Wort als Vehikel meiner Gefühle Richtung Außenwelt, denn hierzu etwas Besseres habe ich bisher nicht gefunden. Dafür schlicht Liebe zu sagen, drückt nicht aus, was ich will. So sage ich einfach „Wertschätzung für meine Partnerin“ in einer Beziehung und umarme sie mit allem, was ich habe.