Licht und Liebe

Klein und verloren, ein Sklave der Gedanken,
Erinnerung und Vergangenheit fesseln, halten mich gefangen.
Ich schaue nach oben, sehe Sterne leuchten,
Die mit ihrem Feuer sich im All vergeuden.
Wer bin ich, frage ich verzweifelt, mein Herz schreit, erstickt,
Nichts und wieder nichts und meine Schmerzen unbedeutend.

Wer ich bin? Quillt aus mir hervor.
Der, der mehr ist als totes Licht!
Der, der glüht, ohne zu verglühen!
Hochmütig rufe ich, ich bin es, ihr leeren Hüllen!
Ihr Sterne ohne Gefühl, mein Licht leuchtet von innen.
Meine Liebe, Gott, meine Liebe ist das, was IST!

Selbst aus euch geboren, sehne mich nach Wahrheit,
Bestätigung bestärkt mich, das ist meiner Schwäche Klarheit.
Mensch bin ich halt! Und? Töricht, das mit Bestimmtheit,
Aber nur ich kann lieben, nichts kann mir das nehmen.
Ich lebe, liebe, welch ein Gefühl, eine Freude, ein Glück!
Meine Liebe bin bloß ich, aber unendlich und nicht unbedeutend!

So gebe ich dem Ganzen den Sinn, den ihr nicht könnt,
Verzeiht mir, das ist des Lebens Hoheit.

Hohelied der Liebe (1. Korinther 13)

„… Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Ich bin noch ein Kind,
mein Spiegelbild hängt
schemenhaft in meinen Augen.
Ob ich je erkennen werde,
ist ungewiss.
Mir bleiben aber
Glaube, Hoffnung, Liebe,
diese drei;
Und die Liebe ist die
unerschütterlichste unter ihnen!

 

Bekenntnis

Sollte ich gefragt werden, ob ich glaube, würde ich antworten:

Was ist der Unterschied zwischen glauben und nicht glauben? Ich kenne ihn nicht.

Glaube ist die Hoffnung des Menschen, nicht alleine zu sein, kein Glaube seine Selbstgenügsamkeit.

Doch sollte ich glauben, wie könnte ich mich erdreisten, das nicht Benennbare mit meiner Hoffnung einzuengen?

Sollte ich jedoch nicht glauben, wäre ich nur ein hochmütiger Narr.

Wie könnte ich es denn wissen, dem das Wissen nicht gegeben wurde, ob das Sein ausreicht, etwas außerhalb des Seins als seiend wahrzunehmen? Wie könnte ich es als Ziel meiner Hoffnung ansehen? Oder es gar leugnen?

Beides ist gleich, beschränkt und mit mir vergänglich.

Ich wähle eine Zwischenwelt, wo nichts erfassbar und alles nicht erfassbar ist, wo ich mehr als nur bin, wo auch er nur ist, wo keine Zeit die Grenze, wo der Glaube keine Hoffnung, sondern Gewissheit Liebe ist.

Warum sollte ich also glauben oder nicht glauben? Oder wo ist da der Unterschied? Ich wähle die Welt, in der ich bin.

Schleudertraum

Verfolgt von Wutbescheidenheit
Und Demutschmerz,
Als Beziehungsflüchtling
Ein Liebeslibero.
Habe falsche Engel gejagt,
Mich mit meinen Dämonen verbündet.
Das Karussell versteinert,
Schleudert meinen Traum fort.