Schicksalstsunami

Es gibt Kräfte die einen gnadenlos treiben. Sie bauen sich unbemerkt auf, scheinen harmlos sich auszuweiten. Sie winden sich und rollen sich, türmen sich auf. Dann füllen sie ihre Lungen für das finale Getöse und fegen einen mit der unwiderstehlichen Wucht einer Urgewalt weg.

Gegen sie anzukämpfen, ist zwecklos. Die einzige Hoffnung, sie zu überstehen, ist, sich ihnen zu ergeben.

Im Leben spürt man solche Momente. Die süße Kapitulation ist der Lohn der Demut, und die Gewissheit, dass es gut ist, wie es ist, ist ein Abbild des Urvertrauens.

Frauenverstehen

Darüber zu schreiben,
Wurde ich gebeten.

Was soll ich sagen?

Eilen oder noch warten,
Dass die Jahre vergehen,
Mit Weisheit mich segnen?

Oder einfach nur sagen,
Die Zunge nicht halten,
Was ich glaube zu sehen?

Die Frauen verstehen,
Keine Aufgabe des Mannes!

Wenn sie sich selbst liebten,
Sich selbst vergäben,
Wofür auch immer im Leben,
Wäre kein Verständnis vonnöten.

Zum Heim ihres Selbst,
Könnten sie werden,
Alles in der Welt,
Nähren, herbergen.

Das Leben so lieben,
Die Liebe ganz leben,
Mit dem Manne im Bunde,
Die Schöpfung erleben.

Die Frauen verstehen,
Kann niemand,
Solange sie
Sich nicht lieben.

Samsara

Und ich sage Dir noch eins, es ist eine männliche Schwäche, eine Ambivalenz, ein ewiges Dilemma … wir wollen euch in den Arm nehmen, euch spüren, euch um uns haben, euch beschenken und versorgen, nur lasst uns unsere Freiheit, kommt uns nicht in die Quere, lasst uns allein, doch wehe, wir sind allein, dann wollen wir euch in den Arm nehmen, euch spüren, euch um uns haben, euch beschenken und versorgen, nur lasst uns unsere Freiheit, …

Zu sein

Ist es besser zu fühlen als nicht zu fühlen,
In tausend Stücke zerrissen da zu liegen?
Sich immer wieder zusammen zu setzen,
Und immer wieder etwas zu verlieren?
Das Leuchten matter, der Blick müder,
Eine schlechte Kopie von sich selbst zu werden?

Ja und immer wieder ja!

Gedankenschleier

Die Sprache ist mir zu langsam, zu schwerfällig, zu ungenau. Sie ist das Mittel zum Zweck, Gedanken mitzuteilen, leider aber vielmehr sie zu zerteilen. Die Farben, die Form, der Geruch der Gedanken, wie kann man sie unverstümmelt übertragen? Wie sie kenntlich machen? Die innerste Regung des Gedankens erblickt nie das Licht der Welt. Das versöhnliche Zittern der Botschaft im Streit bleibt einem im Halse stecken, kein Stimmband kann in so feinen Tönen schwingen. Die Sehnsucht, sich mit einem anderen Menschen vollkommen zu verbinden kann nicht über die Sprache erfüllt werden. Die Sehnsucht, sich mit Gott zu verbinden … Gott benutzt ja auch nicht die Sprache, wenn er zu uns spricht. Er schickt Farben, Formen, Gerüche, er hüllt uns mit der Welt ein. Wir können vergeblich warten, bis seine Stimme in unseren Ohren ertönt. Für ihn, sie, es ist die Sprache erst recht zu langsam, zu schwerfällig, zu ungenau. Und wie dann, wie soll ich sprechen, damit ich verstanden werde? Vielleicht gar nicht. Vielleicht reicht es, Gedanken zu haben und sie dann zu behalten. Oder einfach durch das Leben tanzen …