Warum erzähle ich es, und wem?
Niemand wird’s je lesen, soll nicht geschehen.
Dass ich Angst habe vor Familien mit Kindern,
vor Frauen und Männern, die wissen,
warum sie auf Erden fristen?
Dass ich nicht bin, in der Welt nicht stehe,
keinen Sinn, keinen Wert in mir kenne,
wandele als Hülle, mal weinend, mal lachend,
ohne Gefühle, denn zu schwach für sie alle?
Dass ich endlich erkannt werden will,
damit ich wieder zum Menschen werde?!
Dass ich wahrheitsverklebt
nichts anderes will und ertrage
als die reine Liebe?
Ich soll mich zeigen! Tue ich ja,
mein Herz leuchtet, aber gespiegelt
fahles Licht mir nichts bedeutet!
So verhungere ich, ein langer Abschied,
und schmerzlich sehne mich nach Hause,
– ob nach Menschen, Ort oder Zustand –
wo Nähe und Berührung von Körper und Seele
nicht verdient und nicht entzogen werden,
sondern entwachsen aus Herzenswärme!
Spiritualität …
… ist, gemeinsam mit Gott zu lachen.
Sinn der Sinne
Zu beschreiben
die Farbe der Liebe,
ihren Klang, gar ihren Duft,
ist nur auf Umwegen zu meistern.
Ihre Farbe ist polterleise,
ihr Klang zartknallbunt,
und ihr Duft eine
Mischung von beiden.
Zur Berührung sollte
meine Hand etwas sagen,
doch stattdessen schwebt sie
gedankenverloren in der Luft.
Und der Geschmack mit den
Gefühlen unter dem Arm
steht bei seinen Geschwistern,
zusammen tanzen sie einen Kuss.
So einfach ist die Liebe,
und so unerfassbar dazu.
Erleuchtet
Auf dem hohen Rosse ritt er lang,
ein junger Ritter durch sein Land.
Der Blick klar und voller Glanz,
hat nie gedreht er sein Gewand,
nach oben oft den Kopf gereckt,
sucht‘ er Weisheit am Himmelszelt.
Doch verflogen die Jahre schnell,
Knochen, Sehnen wurden welk.
Vom Sattel zum Boden nun gebannt
geht der Ritter seinen Gang.
Die alte Rüstung abgelegt,
und von der Zeit grau belegt,
an seinem Gaul kniet er nackt,
die Erinnerung an Jugendkraft
in seinem Leib wabert nach.
Die Arme geöffnet ruft er hoch
„Mein Himmel, wo bist du noch?“
Und der Himmel erwidert rasch
„Ich war doch immer nah bei dir,
öffne dein Herz und greif‘ nach mir!“
In Demut der Ritter sein Haupte senkt,
dann steht er auf und wird zum Stern.
Ein Versuch …
… es zu beschreiben sind nur diese Zeilen.
Wie die Mutter zu ihrem Kinde sagt
– Iss!
– Nein, ich will es nicht!
– Warum? Ist doch lecker.
– Mag sein, aber nicht für mich.
Wie, wenn man keine Luft bekommt,
obwohl alle um einen herum atmen,
oder man trinkt,
doch das Wasser ist nicht nass.
Es ist, wie eine Topfpflanze im Wald,
eine Mücke unter Elefanten,
ein vergeblicher Blick nach hinten,
ohne den Kopf zu drehen.
Diese Zeilen sollen sich nicht reimen,
denn auch der Reim hat nichts zu sagen,
ist nur ein Versuch,
selbst zum Scheitern verurteilt.
Es fehlt etwas, was nicht zu ersetzen ist,
es fehlt die eine unter keinen.