… dass nur gefallene Engel wieder aufsteigen können, denn die, die ständig oben sind, können schweben, aber wissen doch nicht zu fliegen.
Was ist das Leben?
Wenn man
durch einen Löwenzahn in die Sonne schaut
oder verträumt im Nebel wie auf Wolken läuft
oder über der Gischt dem Geschrei der Möven lauscht
oder die Schneeflocken von den Lippen leckt
oder am Sonntagmorgen alle viere von sich streckt
oder wie man sich in warme Kleidung hüllt
oder den Wind in den Haaren spürt
oder wie man in die Augen der Geliebten blickt
oder sich Glück aus allem strickt.
Vielleicht ein Engel
In einer Bahn in Tokio an der Seite sitzend nach innen gewandt vor mir die Mitte des Wagens erstaunlich leer für eine Stadt wie diese. Noch genug Platz, dennoch steht sie vor mir eine unscheinbare Gestalt. Auf ihrem Shirt „Bear with me“ und mit Musik in ihren Ohren eine junge Frau mit dem Blick woanders verharrt. Verstohlen schaue ich hoch, Tränen in ihren Augen in Dauerhaft. Warum gerade vor mir so nah? Kein Schritt zur Seite, sie wiegt nur ganz leicht. Wenn ich jetzt mein Gesicht auf ihren Bauch legte und ihre Wärme spürte …
… Dann steigt sie aus und nimmt mit ihre schöne Gestalt.
Homo hominis limitatus
Gott erschuf die Leere und füllte sie mit der Schöpfung. Wenn aber Menschen eine Leere erzeugen, wird sie so dicht, dass darin sonst nichts bestehen kann.
Liebevoll
Heute im Bahnhof von Kyoto ein fahrender Müllcontainer kreuzt meinen Weg. Vorne dran eine Signallampe, die sich wie ein Leuchtturm dreht. Am Ende steht ein gelangweilter Fahrer. Unter der Lampe ein kleiner Lautsprecher, woras Weihnachtsmusik ertönt. Das ist Japan! Man kann es nur mögen.