Präteritum

Einen Wunsch hatte ich im Leben,
Dir meine Liebe zu geben,
Dich auf meine Hand zu legen,
In Deinem Blick zu schweben.

Einen Wunsch hatte ich im Leben,
Dich zu waschen und zu salben,
Meinen Atem mit Dir zu teilen,
Ohne Dich nicht zu weilen.

Einen Wunsch habe ich im Leben,
Auf der Wiese in der Weite,
In der Sonne durch ’ne Brise,
Eine goldene Blume zu sehen.

Geständnis

Ich bin zu schwach,
Um nicht zu lieben,
Um nicht zu begehren
Eines Körpers Wärme,
Einer Seele Nähe,
Eines Geistes Licht.

Ich bin zu menschlich,
Um nicht zu denken,
Das Leben sei
Keine bittersüße Lüge,
Kein Geist in der Flasche,
Unentschlossen und wild.

Ich bin aber stark,
Um fest zu glauben
An einen Weg gesäumt
Von Steinen und von Blumen,
Die mich führen
Zum Gefühl zurück.

Rhetorische Fragen

Hat die Seele bunte Farben,
Und wenn ja,
Kann man sie dann malen?
Hören Taube mein Herz schlagen,
Und wenn ja,
Was können sie darüber sagen?
Bin ich wild und nicht zu fangen,
Und wenn ja,
Welche Hand kann mich denn halten?

Vertrauen

Es ist ein yogischer Grundsatz, dass nicht Glück oder Zufriedenheit als Lebensziel angestrebt werden sollten. Vielmehr haben diese als Fundament zu dienen, auf dem das Leben aufbaut, denn sie sind als Beet für echtes Wachstum, für das Gedeihen unserer Seele unerlässlich. Und sie sind da, auch wenn man sie nicht immer spürt. Auch wenn man einsam ist, sind sie da. Darauf muss man nur vertrauen und sie rufen. Streichelt man sie, so streicheln sie auch zurück.

Unverklungen

Ich erinnere mich an deinen Herzschlag,
Wie ich ihm atemlos lauschte,
Wie mein Ohr an deiner Brust klebte,
Wie ich vor Ehrfurcht erstarrte.

Mein Kopf hob und sank mit deinem Atem,
Auf und ab und auf und ab.
Ich roch deine Haut,
Lag selig auf den Wellen deiner Lebensmusik.

Dein Herz rattert, rumpelt, pocht und gurgelt,
Trotzig, wild, entschlossen, stark.
Anlauf, Pause, Anlauf, Pause,
Und trägt dich, trägt dich, so weit es geht.

Und jetzt?
Ich erinnere mich an deinen Herzschlag,
Wie ich ihm atemlos lauschte.
Dein Herz schlägt nun ohne mich.