Wie im Halbschlaf
Schwebend im Meer
Der Nebel zieht mich
Herab in den Graben
Der Gefühle
Der Sog reißt nicht ab
Bedrückend voller
Leichtigkeit
Das Leben
In Teilnahmslosigkeit
Heimweg
In Iuftleerem Raum
Mein Atem stockt,
Mit stummer Stimme
Singe ich für dich.
Deine Seele schwebt
Hoch über mir,
Verzweigt sich in
Tausend Äste.
Am Sarg stehe ich,
Ein Bach
Aus meinen Augen
Entspringt.
An deinem Sarg
Neben dir wir,
Die sind nicht
Mehr als du,
Doch hier.
Respekt
Der Rapper singt „Respekt“,
Die Eltern wollen Respekt,
Kein Budo ohne Respekt.
Ich will Liebe!
Was soll ich mit Respekt?
Die Brücke
In was verliebt man sich, wenn man sich verliebt?
Sind das Aussehen und Ausstrahlung, denen man erliegt?
Oder verankert man sich in der Seele des anderen?
Sind Geist, Verstand und Witz die Senken für den eigenen Blick?
Nein, in diese letzten drei verliebt man sich nicht.
Sie schlagen die Brücke, die im Laufe der Zeit zur Liebe wird
Zwischen den Ufern von Schönheit und ätherischer Anziehung.
Nein, in die Brücke verliebt man sich nicht.
Existenzfrage
„Du schreibst in letzter Zeit viel über Gott. Glaubst Du, dass es ihn gibt?“. Diese Frage wurde mir gestern gestellt. Ich erwiderte nur knapp: „Die Frage passt nicht.“
Ich wollte nicht arrogant klingen, tatsächlich ist das meine Überzeugung. Der Begriff Existenz ist mit Gott nicht vereinbar. Unsere geistigen Möglichkeiten, unser „Wortschatz“ reichen nicht aus, um ein … mir fehlt das Wort, ein was? zu definieren oder zu hinterfragen, das ist und zugleich nicht ist. Einem Seinszustand, auch als Zielgebilde des Glaubens, kann man Gott nicht zuordnen. Alles, was ist, ist nur eine Projektion auf Erfassbares.
Also, gibt es Gott? Nun, quantenmechanisch betrachtet, erst wenn wir an ihn glauben, tritt er in Erscheinung, denn mit dem Glauben „beobachten“, „sehen“ wir ihn. Doch auch, wenn wir nicht an ihn glauben, ist er und ist er nicht in einem „Woanders“, wo nur er sein Flüstern hört.
Und woran glaube ich? An sein Flüstern.