Gaia

Der Wald ist mir zu eng und unruhig, Weitblick über eine sanft gewellte Landschaft ist meine Welt. Eine Welt wie eine Frau, unendlich doch offen, unerreichbar aber schön, luftig, hell und ausgebreitet, fruchtbar und verlockend. Mein Blick schweift über die Formen, verliert sich in dunklen Tälern, liebkost die Hügel und ruht auf den Ebenen. Licht durchflutet meinen Körper, meinen Geist, meine Seele, rotes, pochendes Licht und ich wünsche mir in dieser Landschaft aufzugehen, eins damit zu werden. Der Wald ist nicht meine Oase, da würde ich nur an einem Ast hängenbleiben, meine Augen würden den Himmel nur bruchstückhaft sehen, meine Füße würden unverhofft im Laub versinken. Ich will in die Ferne schauen, auch wenn das Sichtbare nicht greifbar ist. Ich will nichts Greifbares, dessen Berühren meine Sinne nicht streichelt.

Raumzeitlos

Albern und überraschend verwegen empfange ich atemlos zitternd das Wunder.
Seidige Sehnsucht lässt mich schweben, eine Explosion naht!
Tränen, Schmerz und Bilder wechseln sich ab,
Von Vorsicht bis Verlangen alles nur Zärtlichkeit.
Die Zeit wird es entscheiden erfüllt von Vernunft und Einsamkeit.
Die Ewigkeit, der Augenblick in meiner Hand.

Unveränderlichkeitsparadoxon

Könnte ich beten,
An wen richtete ich mich?
Suchte ich Worte,
Welche spräche ich?
Wüsste ich, was ich wollte,
Was nützte es?
Die feststehende Zukunft
Ist das wahre Jetzt.
Also, wozu beten?
Aus Hoffnung, Verzweiflung,
Oder Wut?
Nein, als Liebesbekundung
Und Mut!
Damit ich mich mit dem,
Was ist, versöhne,
Und umarme dich, mich
Und alle!

Hohelied der Liebe (1. Korinther 13)

„… Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Ich bin noch ein Kind,
mein Spiegelbild hängt
schemenhaft in meinen Augen.
Ob ich je erkennen werde,
ist ungewiss.
Mir bleiben aber
Glaube, Hoffnung, Liebe,
diese drei;
Und die Liebe ist die
unerschütterlichste unter ihnen!